Blutspenden im Zeichen der Sicherheit

Blutspende SRK Schweiz setzt sich zum Ziel, Patientinnen und Patienten sowie Spenderinnen und Spendern eine hohe Sicherheit zu gewährleisten. Zu ihren Aufgaben gehört das regelmässige Monitoring der Auswirkungen von Viren und von anderen, möglicherweise blutübertragbaren Krankheiten.

Feinmaschige Tests von Blutspenden

Bei den Tests sämtlicher Blutspenden wurden 2022 2 HIV-positive Proben entdeckt (2021: 2). In den letzten zehn Jahren waren es pro Jahr zwischen 0 und 4 Fällen. Bei Hepatitis C wurden im vergangenen Jahr 4 infizierte Spenden rechtzeitig entdeckt, 4 Fälle weniger als im Vorjahr. Bei Hepatitis B (HBV) wurden 2022 insgesamt 28 infizierte Blutspenden entdeckt und vernichtet (2021: 20).

Hepatitis E (HEV) ist seit 2018 eine meldepflichtige Erkrankung. Insgesamt wurden im Jahr 2022 45 HEV-Fälle bei der Blutspende entdeckt. Im Vorjahr wurden noch mehr Fälle beobachtet (2021:64) aufgrund von einem HEV-Ausbruch in der Schweiz.

Tropische Erreger

Blutspende SRK Schweiz überwacht die Entwicklung von blutübertragbaren Krankheiten. Bei Bedarf definiert sie Risikogebiete und beschliesst Sicherheitsmassnahmen. So dürfen Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, für eine gewisse Zeit kein Blut spenden. In der Regel handelt es sich um einen Monat.

2022 kam es in Europa erneut zu zahlreichen Erkrankungen mit dem West-Nil-Virus, das durch Mücken übertragen wird. Die meisten Fälle gab es wie in den letzten Jahren während der Sommermonate in Osteuropa und Norditalien. In Deutschland und Österreich wurden neue Regionen befallen. Im Tessin wurde das West-Nil-Virus zum ersten Mal bei Mücken nachgewiesen. Es wurden jedoch keine autochthonen (einheimischen) Fälle bei Schweizer Bewohnerinnen und Bewohnern gemeldet. Die Lage wurde engmaschig überwacht. Regelmässige Kontaktaufnahmen mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) werden durchgeführt. Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der beiden Ämter bereitet sich Blutspende SRK Schweiz seit einigen Jahren auf ein Auftreten des West-Nil-Virus bei Tieren und Menschen vor und hat dazu einen Massnahmenplan erarbeitet. Der Plan sieht bei alleinigem Auftreten von Mückenfällen wie in der aktuellen Situation keinen Handlungsbedarf vor. Die Schweizer Blutspendezentren könnten bei Bedarf sofort alle Blutspenden mit validierten Verfahren testen.

In Frankreich wurden im Jahr 2022 zahlreiche Dengue-Fälle gemeldet. Es wurden insgesamt 6 Regionen in Südfrankreich als Risikogebiete deklariert (2021: 1 Region). In ganz Europa wurde 2022, wie im Vorjahr, keine Erkrankung mit dem Zika-Virus nachgewiesen.

Anpassung Heilmittelgesetz und Spendekriterien für MSM

Eine parlamentarische Initiative zur Blutspende strebt an, das Heilmittelgesetz in folgenden drei Punkten zu revidieren:

  • «Unentgeltlichkeit der Blutspende in der Schweiz» und eine entsprechende gesetzliche Verankerung
  • «Finanzielle Unterstützung» durch den Bund gemäss Subventionsgesetz (kein Leistungsauftrag, da Blut ein Heilmittel ist)
  • «Nichtdiskriminierung von Blutspenderinnen und Blutspendern», zum Beispiel in Bezug auf die sexuelle Orientierung

Blutspende SKR Schweiz hat dazu im Mai eine Stellungnahme verfasst und in einem Mediengespräch über die Inhalte informiert.

Blutspende SRK Schweiz hatte 2021 eine Expertengruppe beauftragt, die Spendekriterien von Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) zu evaluieren. Die Evaluation erfolgte durch die Expertengruppe «Blood Safety», in der neben Vertreterinnen und Vertretern von Blutspende SRK Schweiz und den regionalen Blutspendediensten auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einbezogen wurde. Die Evaluation wurde im Herbst abgeschlossen. Das Resultat hat ergeben, dass das aktuelle Ausschlusskriterium von 12 Monaten Rückweisung nach dem letzten Sexualkontakt geändert werden kann. Die Expertengruppe hat das potenzielle Restrisiko evaluiert, wenn die aktuell gültigen Blutspendekriterien für «Männer, die Sex mit Männern haben» gelockert würden. Basierend auf der Expertenanalyse legte Blutspende SRK Schweiz im Dezember Swissmedic zwei Szenarien zur Prüfung auf Zulässigkeit vor und beantragte die Gleichstellung für alle Spenderinnen und Spender, unabhängig vom Geschlecht und der sexuellen Orientierung.

Hepatitis-C-positive, rechtzeitig entdeckte Blutspenden
ErstspenderMehrfachspender

Hepatitis-B-positive, rechtzeitig entdeckte Blutspenden
ErstspenderMehrfachspender

HIV-positive, rechtzeitig entdeckte Blutspenden
ErstspenderMehrfachspender

HEV-positive, rechtzeitig entdeckte Blutspenden
ErstspenderMehrfachspender